Produktdaten-Management

Was ist ein PDM?

PDM steht für Produkt Daten Management. Ein PDM dient also der Erfassung der relevanten Daten aus der Produktentwicklung eines Unternehmens. Marketingdaten oder auch Produktionsdaten werden gewöhnlich in nachgelagerten Systemen erfasst.

Aufgaben eines PDM

Das PDM steht also am Anfang der Datenerfassung. In Branchen, die ihre Artikel saisonal erneuern (wie z.B. in der Textilbranche), fallen regelmäßig viele Daten an. Das PDM begleitet die Produktentwickler in den verschiedenen Stadien der Entwicklung. Nach der initialen Idee zu einem Produkt werden zunächst Rahmendaten erfasst (Artikelstammdaten). Dazu werden die wichtigsten Eckpunkte eingetragen. Abteilungen, die sich anschließend mit den Details der Vermarktung (z.B. der Verpackung), der Qualität oder den zu erwartenden Kosten beschäftigen, können den Artikeln ihre jeweiligen Informationen beifügen. Am Ende des Zyklus sind alle notwendigen Informationen zusammengeführt. Natürlich wird nicht aus jeder Idee ein Artikel, d.h. in einem PDM sind auch die Produkte enthalten, die das Stadium eines Prototypen niemals verlassen.

Das PDM unterstützt und begleitet also den Entwicklungsprozess. Der Workflow wird vom PDM kontrolliert, überwacht und unterstützt. Jeder Mitarbeiter hat Zugriff auf die aktuellen Daten. Arbeitspapiere, Anweisungen an Produzenten, sowie Auswertungen können aktuell und ohne Zeitverzug erstellt werden.

Das PDM muss mit der Warenwirtschaft kommunizieren, d.h. Materialien für Stücklisten müssen aus der Warenwirtschaft importiert werden. Ist die Artikelentwicklung abgeschlossen, dann müssen die Artikeldaten an die nachfolgenden Systeme exportiert werden. In welchem System die Artikeldaten weiter gepflegt werden, hängt von der jeweiligen Unternehmensstruktur ab.

Ein PDM ist sehr eng mit der Arbeitsweise des Unternehmen verknüpft. Ein bereits entwickelter Arbeitsablauf soll unterstützt und ggf. verschlankt werden. Der Entwicklungsprozess sollte nicht durch die Software bestimmt werden. Eine individuelle Programmierung ist also sehr sinnvoll, wenn nicht sogar zwingend notwendig.

Beispiel-Projekt: Ein "maßgeschneidertes" PDM für Falke Fashion

Falke Fashion ist ein Teil der Falke KG und stellt modische Oberbekleidung her. Da die Bekleidungsartikel stark modischen Schwankungen unterworfen sind, werden pro Jahr mindestens zwei Kollektionen mit neuen Produkten erstellt. Unser "maßgeschneidertes" (also individuell entwickeltes) PDM begleitet die Mitarbeiter von Falke Fashion bei diesem Entwicklungsprozess.

Im Atelier werden die Artikel angelegt. Dabei werden grundlegende Informationen wie die Saison, in welcher der Artikel erscheinen soll oder das Vertriebsprogramm (Herren-Oberbekleidung, Damen-Oberbekleidung) sowie die Produktionsart (Zukauf, Strick) festgelegt. Neben den Stammdaten werden auch bereits Angaben zu den verfügbaren Größen, einigen (wenigen) Maßen, den Verkaufsfarben sowie die Garnstückliste hinterlegt.

Im Schnittatelier werden die Maße vervollständigt. Es wird dabei zwischen Fertig- und Rohmaßen unterschieden. Als Hilfe für die Eingabe können Gradierungstabellen oder Sprungmaße verwendet werden. Die Maße werden abhängig vom Artikeltyp vorgeschlagen. Skizzen sind frei an die Maßangaben heftbar, wobei das Programm nicht überprüft, ob die angegebenen Maße mit der Skizze übereinstimmen. Dies ist ein typischer Wunsch der Anwender, da die Skizzen nur eine grobe Hilfestellung leisten sollen. Eine Überprüfung durch eine eigene Verwaltung oder die Anbindung eines CAD-Systems ist an dieser Stelle unnötig mächtig und kompliziert.

In der Refa werden die Stücklisten um die Verpackungsstückliste und Zutatenstückliste ergänzt. Der Garnverbrauch kann hier ermittelt werden. Daraus resultiert eine erste Kalkulation. Die Kalkulation kann schrittweise erweitert werden, wobei jede Kalkulation zu jedem Zeitpunkt gespeichert werden kann. Die Daten, der gespeicherten Kalkulationen können teilweise (an den Stellen, wo der Kunde es benötigt) geändert werden, oder auf Wunsch fixiert werden. Dabei haben wir das bestehende Kalkulationssystem analysiert und nach kleineren Modifikationen in genau der Form umgesetzt, in der es sich bewährt hat.

Nachträgliche Änderungen werden von unserem Programm notiert und den gewünschten Abteilungen mitgeteilt. Damit keine unnötige Flut an Änderungsmitteilungen produziert wird, geschieht das erst, wenn eine Abteilung mit ihrer Arbeit im Prinzip fertig ist. In verschiedenen PDM-Systemen haben wir verschieden "strenge" Änderungsverfolgungen im Einsatz. Je nach Arbeitsablauf und je nach der Reihenfolge, in der Informationen eintreffen, sind einzelne Prozessschritte nicht immer gleich bzw. starr nach Vorschrift abzuarbeiten. In der Entwicklung des PDM berücksichtigen wir dabei individuelle Vorgaben und versuchen eine für den jeweiligen Kunden angenehme Lösung zu erarbeiten.

Lesen Sie hier → falke.pdf einen Bericht zu unserem PDM, der in einer Falke-internen Zeitung erschienen ist. Veröffentlich mit freundlicher Genehmigung von Herrn Thamm.

Welche Argumente gibt es für die individuelle Erstellung eines PDMs?

Bedenken Sie zudem, dass auch "fertige" Standard-Produkte angepasst werden müssen. Spezialfunktionen, die Sie gerne haben wollen, sind für Hersteller von Produkten aufwändiger als bei Individualsoftware zu realisieren, da entweder jeder Kunde beim nächsten Update die Funktion bekommen muss, oder für jeden Kunden spezielle Versionen erstellt werden (was einer Individualisierung gleichkommt). Erweiterungen sind dementsprechend bei Individualsoftware typischerweise preisgünstiger.

Des weiteren ist die Kommunikation mit firmeneigener Software oder speziellen Programmen für Individualsoftware einfacher. Die Datenstruktur ist offen zugänglich und dokumentiert.

Sie sehen, es spricht viel für die Erstellung eines individuellen PDMs. Die TEDSoft GmbH mit ihrer langjährigen Erfahrung in diesem Bereich ist ein idealer Partner für diese Aufgabe.

Fragen und Kommentare zum Thema PDM richten Sie bitte an unseren Ansprechpartner Dr. Stefan Meuser per Email an meuser@tedsoft.de oder telefonisch unter 0228/948357-11.




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24.08.2017